01. September 2018


Auch Patricia buchte mich quasi ungesehen, aber das hat seine Gründe: Sie lebt mit ihrem Verlobten Alan in England. Tollerweise trafen wir uns schliesslich doch noch zum ersten Beschnuppern in Begleitung ihres Mamis bei mir in Kloten, und die Sympathie verwandelte sich von einer digitalen in eine reale. Vorbereitungsgespräche via Skype sind meine geheime Spezialität, und immerhin haben die Schweiz und England eine überschaubare Zeitdifferenz.

Bei original schottischem Nieselregen wurden dann die Gäste aus der Schweiz und aus England (ja, die Ladies trugen Hüte oder Fascinators!) von zwei Dudelsackspielern begrüsst, die die Mauern der wunderschönen Schlosskapelle in Pfäffikon zum beben brachten.

Zur Kapelle muss ich noch ein paar Worte verlieren: Ganz nach dem Motto “klein, aber oho” offenbart sich hier nach dem Eintritt eine ganz andere Welt. Inmitten von Kerzen, Gemälden und Geschichte entfaltete sich eine besondere Atmosphäre bei meiner allerersten Trauung in einer kirchlichen Location. Und dann nochmal eine Premiere: Patricia ist nach über 50 Trauungen tatsächlich die erste Braut, die zum Hochzeitsmarsch in die Kapelle einzog, gespielt auf der Orgel von einer ihrer Freundinnen. Ich war hin und weg, wer kennt schon jemanden, der Orgel spielen kann?

Die musikalische Vielfalt ging während der Zeremonie weiter, als der Cousin der Braut Ed Sheerans Superhit “Perfect” anstimmte und damit einen weiteren Schweizerisch-Britischen Bogen spannte. Das Highlight der mehrheitlich englischsprachigen Trauung waren wie immer die sehr emotionalen Eheversprechen, die sich das Paar gleich zweisprachig gab – und besonders Alan ziemlich forderten, was von seinen Landsleuten aber mit grossem Applaus belohnt wurde. Patricia and Alan, thank you very much for flying with me! I wish you all the best for your future